Andacht zum Februar 2024

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. (2. Timotheus 3, 16)

 

Am Ende seines Lebens schreibt Paulus seinem Schüler Timotheus einen Brief, der wie ein Vermächtnis anmutet. Er erwähnt einige grundlegende Themen wie den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit oder den Glaubenskampf, den alle Christen ausfechten müssen, die Jesus ernstlich folgen wollen. Und er weist darauf hin, dass sich Menschen von Gott abwenden und nur nach sich schauen werden. Ein Hinweis, der sich im Laufe der Geschichte immer wieder als wahr erwiesen hat, bis heute. Auch wir sind konfrontiert mit einer Welt, die immer weniger von Gott wissen will. Was also tun?

Paulus resigniert angesichts der Aussichten nicht, sondern ermutigt Timotheus, an dem dran zu bleiben, was er gelernt hat und zwar von klein auf: Die von Gott eingegebene Schrift. Egal, wie sich die Zeiten ändern, die Schrift bleibt und ist verlässlich. Und sie ist nicht nur verlässlich, sie ist nützlich zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung.

Wenn ich mir die Worte ansehe, dann entdecke ich einen Zusammenhang. Zuerst einmal gibt mir Gottes Wort den Rahmen für mein Leben vor. Die Gebote und Anweisungen, die ich gelernt habe und die ich lehrend an Kinder und/oder Geschwister weitergeben darf, geben Orientierung, sind eine Richtschnur. Hier kann ich erkennen, wie gelingendes Leben gestaltet werden kann. Gleichzeitig zeigt die Bibel aber auch, was passiert, wenn sich Menschen von Gott abwenden.

Als Kind Gottes will ich natürlich das gelingende Leben wählen, merke aber im Alltag, wie schwierig das sein kann; vor allem dann, wenn ich nicht oder erst dann, wenn ich nicht mehr weiter weiß, nach seinem Willen frage. Dann ist Zurechtweisung nötig, durch liebevolle Geschwister oder durch das eigene Lesen in der Bibel. Im griechischen Wort schwingt hier eine Gerichtsverhandlung mit, bei der genau untersucht wird, wo das Fehlverhalten liegt und Beweise dafür gesammelt werden. Gottes Wort deckt also Fehlverhalten auf und benennt es!

Das Schöne ist aber, dass Gott dabei nicht stehen bleibt. Er zeigt in seinem Wort auch, wie man es besser machen kann, wie Fehler vermieden und korrigiert werden können. Er bietet Vergebung und Wiederherstellung an! Es gibt also einen Ausweg, eine Möglichkeit der Besserung, eine zweite Chance.

Und diese Wiederkehr von Fehlverhalten einsehen, sich korrigieren lassen und beim nächsten Mal besser machen, lässt sich mit „Erziehung“ zusammenfassen. Eltern durchlaufen diesen Kreislauf immer wieder mit dem Ziel, ihre Kinder zu mündigen und gut handelnden Menschen zu erziehen. Gottes Ziel der Erziehung ist dabei die Gerechtigkeit, die in der Bibel ein Beziehungsbegriff ist. Es geht weniger um die richtige Tat an sich, sondern eher darum, einem Bundes- oder Treueverhältnis gemäß zu handeln. In diesem Fall ist es der in Jesus gestiftete Bund mit Gott, der die Richtschnur vorgibt und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt, denn in der von Gott eingegebenen Schrift, drückt ER seinen Willen aus, nach dem wir handeln sollen. Und damit hat Gott uns alles an die Hand gegeben, was zu einem gelingenden Leben nötig ist.

Deshalb gilt es, dieses Wort zu lesen, ernst zu nehmen und dran zu bleiben.

Ein älteres Kinderlied kann uns dazu ermuntern: „Lies die Bibel jeden Tag, wenn du wachsen willst!“

Marc Diegruber

Jahreslosung 2024